Tinkturen selber machen
Inhaltsverzeichnis

Warum Tinkturen?

Das Herstellen von Tinkturen ist eine von mehreren Methoden um auf relativ einfache Weise wertvolle pflanzliche Inhaltsstoffe zu extrahieren und konservieren um diese später z.B. für die Zubereitung von Naturkosmetik, Hygieneprodukten oder Heilmitteln zu verwenden (weitere Methoden wären z.B. Mazerate und Hydrolate).

Doch warum solltest du dir eigentlich die Mühe machen, diese Produkte selber herzustellen anstatt sie einfach zu kaufen?

Kurz zusammengefasst:

- Höhere Kontrolle über die Inhaltsstoffe

- Frei von Tierversuchen 

- Weniger Verpackungsmüll - besser für die Umwelt 

- Sehr viel günstiger als gekaufte Produkte vergleichbarer Qualität

- Individuelle Anpassung an deine Bedürfnisse

Anhand einer Tinktur, die ich später als Basis für selbstgemachtes Mundwasser benützen will, zeige ich dir, wie du deine eigenen Tinkturen ganz leicht zuhause herstellen kannst.

Zeitaufwand und Kosten

Zeitaufwand

  • 1. Teil des Verfahrens: 2 Minuten
  • Warten: 2 - 6 Wochen
  • 2. Teil des Verfahrens: 5 Minuten

Kosten für 300 ml Tinktur: 

  • ca. EUR 7,50

Herstellungsschritte

Du benötigst

Tinkturen selber machen

Für den ersten Teil des Verfahrens:

- Pflanzen, deren Inhaltsstoffe du extrahieren möchtest

- Hochprozentigen Alkohol (zwischen 36 und 40 Prozent)

- Ein gut verschließbares Glas (meist wird hierfür ein durchsichtiges weißes Glas verwendet, z.B. ein leeres Marmeladen- oder Gurkenglas)

- Einen Löffel

- Etwas Geduld

Tinkturen selber machen

Für den zweiten Teil des Verfahrens:

- Ein zweites - bevorzugt dunkles - gut verschließbares Behältnis (in meinem Fall ein leeres gereinigtes Hustensirupfläschchen)

- Ein feinmaschiges Teesieb

- Einen Trichter

    Beispiel für die Komposition der Inhaltsstoffe der Tinktur

    Da meine Tinktur einmal als Mundwasser dienen soll, habe ich hierfür die folgenden Pflanzen ausgewählt:

    Salbei: u.a. antibakteriell, desinfizierend und entzündungshemmend => wirkt gegen Mundgeruch, Mundschleimhaut- und Rachenentzündungen, Zahnfleischbluten, Zahnfleischentzündungen

    Pfefferminze: u.a. antibakteriell und keimtötend => wirkt u.a. gegen Mundgeruch und sorgt für ein angenehmes Frischegefühl

    Ringelblumenblüten: u.a. antibakteriell, antiseptisch und entzündungshemmend => wirkt u.a. gegen Mundschleimhautentzündungen

    Lavendelblüten: u.a. antibakteriell und antiseptisch => wirkt u.a. gegen Zahnschmerzen

    Breit- oder Spitzwegerichblätter: u.a. entzündungshemmend und antibakteriell => wirkt u.a. gegen Halsschmerzen und Schmerzen im Mundbereich

    Die Zutaten sollten im Idealfall alle bio bzw. frei von Schadstoffen sein, denn je unbelasteter die Grundzutaten sind, desto hochwertiger wird natürlich auch die fertige Tinktur.

    Ich gebe dir außerdem weiter, was mir eine Kräuterpädagogin geraten hat: Verwende maximal 5 verschiedene Pflanzen für die Herstellung der Tinktur, da sich deren Wirkstoffe andernfalls eventuell gegenseitig kontraproduktiv beeinflussen könnten. 

    Abfüllen

    Tinkturen selber machen

    Falls du frische (nicht getrocknete) Pflanzen verwenden solltest, wasche diese kurz ab um sie von eventuellen Unreinheiten wie Erdresten zu befreien.

    Gib die Pflanzen, deren Inhaltsstoffe du extrahieren willst, mit Hilfe des Löffels in ein Glas. Da ich in meinem Fall eine relativ starke Tinktur herstellen will, habe ich das Glas zu ca. zwei Dritteln vollgefüllt, du kannst aber je nach gewünschter Intensität bzw. späterer Anwendung (verdünnt / unverdünnt) der Tinktur auch geringere Mengen an Pflanzen verwenden. 

    Übergießen

    Tinkturen selber machen

    Übergieße nun die Pflanzen mit dem hochprozentigen Alkohol, bis das Glas voll ist.

    Ziehen lassen

    Tinkturen selber machen

    Schraube das Glas danach gut zu und schüttle es ein paar Mal kräftig durch. Wo du das Glas während des Ziehens aufbewahren solltest, richtet sich laut Kräuterpädagogen nach der Art von Pflanze(nteil), die du für die Tinktur verwendet hast.

    - Tinkturen mit Pflanzen(teilen), die oberhalb der Erde wachsen, solltest du an einen warmen sonnigen Ort stellen: z.B. innen auf das Fensterbrett. In der prallen Hitze sollte das Glas allerdings nicht unbedingt stehen.

    - Tinkturen mit Pflanzen(teilen), die unterhalb der Erde wachsen (z.B. Wurzeln), solltest du hingegen an einen dunklen Ort stellen, denn sie würden das Sonnenlicht nicht vertragen.

    Du solltest die Tinktur mindestens zwei, aber besser noch 4-6 Wochen ziehen lassen und währenddessen regelmäßig auf den Kopf stellen und etwas schütteln (dies vermindert die Gefahr der Schimmelbildung).

    Abseihen

    Tinkturen selber machenTinkturen selber machen

    Sobald die Wartezeit vorüber ist, kannst du die Tinktur in ihr endgültiges - bevorzugt dunkles - Aufbewahrungsgefäß abseihen. Ich verwende hierzu ein handelsübliches feines Teesieb und einen Trichter. Solltest du für die Aufbewahrung kein dunkles Gefäß daheim haben, so kannst du auch ein helles Gefäß nehmen und dieses abdunkeln, indem du z.B. eine herrenlose Socke darüberstülpst.

    Anwendung

    Tinkturen selber machen

    Tinkturen werden meist nur tropfenweise angewandt und hierbei z.B. zur inneren Anwendung auf die Zunge geträufelt. Hierfür verwende ich ein kleines Fläschen mit im Deckel integrierter Pipette, das ich noch daheim hatte. Du kannst aber natürlich auch einfach einen Löffel zur Verabreichung verwenden.

    Man kann sie aber auch bei der Herstellung von Mundwasser, Zahnpasta oder Cremes verwenden.

     

    Zusatzinfo: Woher bekommst du die Zutaten?

    Salbei: Ich habe ihn frisch verwendet, weil er bei mir zuhause im Topf wächst. Du kannst aber auch getrockneten Salbei verwenden: in der Kräuterdrogerie in Wien füllen sie dir das Produkt auf Wunsch in ein mitgebrachtes Gefäß ab. Da die Verkäuferin den Behälter zwingend mit Inhalt und Haltbarkeitsdatum beschriften muss, nimm am besten einen Stift mit, der auf dem von dir mitgebrachten Behälter haftet - so muss nicht extra eine Etikette verbraucht werden. Die Ware in der Kräuterdrogerie ist zwar nicht offiziell bio-zertifiziert, wurde jedoch auf Schadstoffrückstände und Wirkstoffinhalt überprüft; falls du nicht in Wien wohnen solltest, kannst du z.B. diesen hier in Bioqualität bestellen

    Pfefferminze in Bioqualität: In der Kräuterdrogerie in Wien füllen sie dir das Produkt auf Wunsch in ein mitgebrachtes Gefäß ab. Da die Verkäuferin den Behälter zwingend mit Inhalt und Haltbarkeitsdatum beschriften muss, nimm am besten einen Stift mit, der auf dem von dir mitgebrachten Behälter haftet - so muss nicht extra eine Etikette verbraucht werden. Die Ware in der Kräuterdrogerie ist zwar nicht offiziell bio-zertifiziert, wurde jedoch auf Schadstoffrückstände und Wirkstoffinhalt überprüft; falls du nicht in Wien wohnen solltest, hier meine Empfehlung

    Ringelblumenblüten in Bioqualität: In der Kräuterdrogerie in Wien füllen sie dir das Produkt auf Wunsch in ein mitgebrachtes Gefäß ab. Da die Verkäuferin den Behälter zwingend mit Inhalt und Haltbarkeitsdatum beschriften muss, nimm am besten einen Stift mit, der auf dem von dir mitgebrachten Behälter haftet - so muss nicht extra eine Etikette verbraucht werden. Die Ware in der Kräuterdrogerie ist zwar nicht offiziell bio-zertifiziert, wurde jedoch auf Schadstoffrückstände und Wirkstoffinhalt überprüft; falls du nicht in Wien wohnen solltest, hier meine Empfehlung (Achtung, hier gibt es je nach Anbieter gravierende Preisunterschiede bei ein- und demselben Produkt. Meiner Erfahrung nach sollte die 50g-Packung nicht mehr als EUR 4,00 kosten!)

    Lavendelblüten in Bioqualität: In der Kräuterdrogerie in Wien füllen sie dir das Produkt auf Wunsch in ein mitgebrachtes Gefäß ab. Da die Verkäuferin den Behälter zwingend mit Inhalt und Haltbarkeitsdatum beschriften muss, nimm am besten einen Stift mit, der auf dem von dir mitgebrachten Behälter haftet - so muss nicht extra eine Etikette verbraucht werden. Die Ware in der Kräuterdrogerie ist zwar nicht offiziell bio-zertifiziert, wurde jedoch auf Schadstoffrückstände und Wirkstoffinhalt überprüft; falls du nicht in Wien wohnen solltest, hier meine Empfehlung (Achtung, hier gibt es je nach Anbieter gravierende Preisunterschiede bei ein- und demselben Produkt. Meiner Erfahrung nach sollte die 70g-Packung nicht mehr als EUR 5,00 kosten!)

    Breitwegerichblätter: Breitwegerich kannst du im Sommer ohne Probleme selbst sammeln, er wächst fast überall. Alternativ dazu kannst du auch Spitzwegerich verwenden, allerdings ist dieser tendenziell schwieriger zu finden. Wir sammeln den Breitwegerich in einem Wald am Stadtrand von Wien und konservieren ihn dann nach demselben Verfahren, das wir auch für Brennnessel anwenden. Wie das geht, erfährst du hier.

    Hochprozentiger Alkohol: Diesen habe ich in Bio-Qualität und Mehrweg-Pfandverpackung im Reformhaus gekauft. Da es sich hierbei um 96-prozentigen Weingeist handelt, verdünne ich ihn zu 50 % mit Wasser.

    Anmerkung: 

    Wie man sieht, kaufe ich einige der Produkte, die ich regelmäßig zur Herstellung von Kosmetika, etc. in Verwendung habe, zurzeit noch verpackt, da ich bis jetzt leider noch keine andere Lösung gefunden habe. Sobald ich eine bessere - verpackungsfreie - Lösung gefunden habe, werde ich dir die Info natürlich weitergeben.

    Des Weiteren möchte ich anmerken, dass du einige der von mir empfohlenen Produkte auch in gut sortierten Bioläden oder Reformhäusern oder teilweise auch in normalen Supermärkten erwerben kannst und prinzipiell würde ich dir aus der Perspektive des Umweltschutzes auch immer empfehlen, "offline" und ohne Auto einkaufen zu gehen anstatt online zu bestellen (da im letzteren Fall mehr Verpackung und längere Transportwege anfallen). Solltest du allerdings keinen Zugang zu Geschäften haben, die die von mir empfohlenen Produkte anbieten, so halte ich es immer noch für besser, dir online die Zutaten zu beschaffen, die du zur Herstellung deiner eigenen Produkte benötigst als industrielle Produkte offline zu kaufen. Da viele der Zutaten vielseitig verwendbar sind und für einen langen Zeitraum ausreichen, fällt hierbei in Summe noch immer weniger Müll an und außerdem hast du sehr viel mehr Kontrolle darüber, welche Stoffe du in und an deinen Körper lässt. Solltest du online bestellen, so würde ich dir raten, möglichst immer mehrere Produkte zum selben Zeitpunkt zu bestellen (anstatt immer nur ein Produkt pro Bestellung), da in diesem Fall die verschiedenen Produkte - wenn logistisch möglich - in nur einem Paket gemeinsam versandt werden anstatt in mehreren separaten Paketen und dadurch das Abfallaufkommen zumindest reduziert wird. Alternativ oder zusätzlich kannst du dich auch mit anderen Leuten zusammentun um eine gemeinsame größere Bestellung an eine einzige Adresse zu tätigen und die Produkte dann lokal zu verteilen.

    Autor

    Ausgelöst durch intensives frühkindliches Umweltschutz-Brainwashing wurde ich mit der Zeit zum experimentierfreudigen Nachhaltigkeitsjunkie mit ausgeprägten Kräuterhexenambitionen.

     Autorin einen Kaffee spendieren

    Wir setzen auf Öko - Strom

    Diese Webseite läuft mit einem Hosting - Anbieter der zu 100% auf erneuerbare Energiequellen setzt. 

    gehostet mit 100% Ökostrom von all-inkl.com