Zahnpasta einfach selber herstellen
Inhaltsverzeichnis

Warum Zahnpasta selber machen?

Ursprünglich wollte ich meine Zahnpasta eigentlich nur selbst herstellen um auf Plastikverpackungen verzichten zu können.

Später habe ich dann herausgefunden, dass herkömmliche Zahnpasten teilweise gesundheits- bzw. umweltschädliche Zutaten enthalten, wie zum Beispiel Natriumlaurylsulfat (ein Tensid, das die Schleimhäute reizen kann), halogenorganische Verbindungen, bedenkliche - da hormonell wirksame - Parabene als Konservierungsstoffe, das ebenfalls hormonell wirksame Bakterizid Triclosan oder PEG/PEG-Derivate (welche die Haut durchlässiger für Schadstoffe machen können).

Ein Grund mehr, mir meine Zahnpasta einfach selber anzurühren und dadurch genau zu wissen, welche Wirkstoffe darin enthalten ist.

Doch ganz so einfach war das Ganze dann doch nicht ... es gibt in den Weiten des Internets zwar eine Vielzahl an Rezepten für selbstgemachte Zahnpasta, doch mit keinem davon war ich so richtig zufrieden ... meistens lag dies daran, dass empfohlen wird, für die Herstellung entweder Kokosöl oder Curcuma oder beides zu verwenden. Da weder die eine noch die andere Zutat einen guten ökologischen Fußabdruck hat, suchte ich weiter.

Ich habe auch viele Rezepte mit der Zutat Natron gefunden ... diese ist allerdings in Bezug auf Zahnpflege ziemlich umstritten, daher wollte ich auch hiervon die Finger lassen.

Schließlich stieß ich auf Rezepte mit Heilerde ... auch diese ist als Zutat für Zahnpasta etwas umstritten, allerdings gab es hierzu sowohl negative als auch sehr viele positive Stimmen ... manche waren der Meinung, die Heilerde würde die Zähne zu sehr abschleifen, andere priesen sie als wahres Wundermittel für Zahnfleisch und Zähne.

Da ich auch nach langen Recherchen auf kein schlüssiges Ergebnis in Bezug auf die Wirkung von Heilerde in der Zahnpflege kam, beschloss ich kurzerhand, mich selbst als menschliches Versuchskaninchen zu verwenden und machte mich daran, im Laufe von einigen Experimenten (ich brauchte alleine 4 Versuche um eine erste halbwegs brauchbare Zahnpasta zu kreieren) meine ideale Zahnpasta zu komponieren und zu testen.

Nachdem ich mittlerweile seit fast zwei Jahren ausschließlich diese von mir zusammengestellte Zahnpasta zusammen mit meinem selbstgemachten Mundwasser verwende, kann ich sagen:

  • Mein Zahnarzt befindet, dass meine Zähne in ausgezeichnetem Zustand sind
  • Mein Zahnfleischbluten (das vorher bei jedem Mal Zähneputzen eintrat) ist praktisch verschwunden
  • Es haben sich keine neuen Karieslöcher entwickelt

Die richtige Rezeptur für diese Zahnpasta herauszufinden und sie auf Herz und Nieren zu prüfen war eine der schwierigsten Aufgaben, der ich mich im Rahmen dieses Blogs stellen musste und ich wollte dieses Rezept nicht online stellen, ohne die Zahnpasta vorher selbst zumindest ein Jahr lang benutzt und danach eine positive Rückmeldung von meinem Zahnarzt erhalten zu haben.

Nun freut es mich aber umso mehr, dir im Folgenden endlich zeigen zu können, wie du Zahnpasta einfach selber zusammenmischen kannst.

Noch immer nicht überzeugt, warum du dir die Mühe machen solltest, dieses Produkt selbst herzustellen anstatt es einfach zu kaufen?

 

Kurz zusammengefasst:

- Höhere Kontrolle über die Inhaltsstoffe

- Frei von Tierversuchen 

- Weniger Verpackungsmüll - besser für die Umwelt 

- Sehr viel günstiger als gekaufte Produkte vergleichbarer Qualität

- Individuelle Anpassung an deine Bedürfnisse

Zeitaufwand und Kosten

Zeitaufwand: 

  • 2 min

Kosten für 1 kleines Gläschen Zahnpasta (reicht für ca. 1-2 Wochen):

  • 35 Cent (ohne ätherisches Pfefferminzöl)
  • 52 Cent (mit ätherischem Pfefferminzöl)

Herstellungsschritte

Du benötigst

Zahnpasta selber machen

- 1 TL dieser Kräutertinktur

- 1 TL Salbeimazerat (Anleitung für Mazerate)

- 1 TL Pfefferminzmazerat (Anleitung für Mazerate)

- 1/2 TL Ringelblumenmazerat (Anleitung für Mazerate)

- 1/2 TL Meersalz

- 1 TL Birkenzucker

- 1 TL ultrafeine Heilerde zur inneren Anwendung

- Optional: 4 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl

- Optional: 2 TL Leinsamengel (Anleitung für Leinsamengel)

- Einen kleinen verschließbaren Behälter 

- Einen Teelöffel

Die Zutaten sollten im Idealfall alle bio bzw. möglichst unbehandelt und frei von Schadstoffen sein, denn je unbelasteter die Grundzutaten sind, desto hochwertiger wird natürlich auch das Endprodukt. 

Mischen der Flüssigkeiten

   Zahnpasta selber machenZahnpasta selber machen

Gib zuerst die Tinktur und die Mazerate in den leeren Behälter.

Die Pflanzen, deren Wirkstoffe in diesen beiden Flüssigkeiten enthalten sind, haben die folgenden Eigenschaften:

Salbei: u.a. antibakteriell, desinfizierend und entzündungshemmend => wirkt gegen Mundgeruch, Mundschleimhaut- und Rachenentzündungen, Zahnfleischbluten, Zahnfleischentzündungen

Pfefferminze: u.a. antibakteriell und keimtötend => wirkt u.a. gegen Mundgeruch und sorgt für ein angenehmes Frischegefühl. Um diese Wirkungen noch zu verstärken, kannst du optional zusätzlich zum Pfefferminzmazerat auch noch ätherisches Pfefferminzöl hinzugeben.

Ringelblumenblüten: u.a. antibakteriell, antiseptisch und entzündungshemmend => wirkt u.a. gegen Mundschleimhautentzündungen

Hinzufügen der anderen Zutaten

Zahnpasta selber machenZahnpasta selber machenZahnpasta selber machen

Gib nun alle anderen Zutaten - bis auf das Leinsamengel - hinzu und mische diese gut mit dem Löffel durch.

Salzlösungen sollen gegen Entzündungen im Mundraum helfen, Birkenzucker wird nachgesagt, dass er das Risiko von Karies vermindert und Heilerde gilt als stärkend für Zähne und Zahnfleisch, gut gegen überempfindliche Zähne und als aufhellend (indem sie Ablagerungen und Verfärbungen sanft abschleift).

Hinzufügen des Konsistenzgebers und Schütteln

Zahnpasta selber machenZahnpasta selber machenZahnpasta selber machen

Nun kannst du noch das Leinsamengel hinzufügen. Zur Info, die Zahnpasta würde auch ohne Leinsamengel funktionieren, da dieses nur dazu dient, ihre Konsistenz in Richtung Gel zu verändern (was ich persönlich angenehmer bei der Anwendung der Pasta finde).

Danach schraube ich den Deckel auf den Behälter und schüttle diesen durchaus bestimmt durch, damit sich alle Zutaten auch wirklich gut durchmischen und eine homogene Masse entsteht.

Anwendung

Du kannst dein Erzeugnis sofort ausprobieren und wie jede andere Zahnpasta auch verwenden.

Anfangs ist es etwas gewöhnungsbedürftig, sich mit einer braunen Masse die Zähne zu putzen und die selbstgemachte Zahnpasta fühlt sich auch im Mund anders an als herkömmliche Produkte, aber man gewöhnt sich schnell daran und ich würde mittlerweile nicht mehr tauschen wollen.

Die Zahnpasta kannst du ganz normal bei Zimmertemperatur in deinem Badezimmer aufbewahren. Mir ist die Zahnpasta noch nie verdorben, ich mache aber immer nur kleine Mengen davon (siehe die Angaben hier oben) auf einmal und rühre sie lieber zwei bis vier Mal im Monat frisch an.

Zusatzinfo: Woher bekommst du die Zutaten?

Kräutertinktur: Diese kannst du wie gesagt selber machen, hier gelangst du zur Anleitung

Mazerate: Diese kannst du wie gesagt selber machen, hier gelangst du zur Anleitung

Birkenzucker: Bekommst du in Wien zum Selberabfüllen z.B. beim Greißler; falls du nicht in Wien wohnen solltest, hier meine Empfehlung

Meersalz: Bekommst du in Wien zum Selberabfüllen z.B. beim Greißler oder ansonsten abgepackt in jedem gut geführten Lebensmittelgeschäft

Ultrafeine Heilerde: Bekommst du im Karton in der Apotheke oder auch - meiner Erfahrung nach günstiger - online (Achtung, hier gibt es je nach Anbieter gravierende Preisunterschiede bei ein- und demselben Produkt. Meiner Erfahrung nach sollte die 750g-Packung nicht mehr als EUR 13,50 kosten!)

Leinsamengel: Dieses kannst du wie gesagt selber machen, hier gelangst du zur Anleitung

Ätherisches Öl in Bioqualität: Erhältst du in der Apotheke oder im Reformhaus oder auch online. Öle der Marken LaVita oder Primavera haben einen guten Ruf.

Anmerkungen:

Viele der von mir empfohlenen Produkte kannst du auch in gut sortierten Bioläden oder Reformhäusern oder teilweise auch in normalen Supermärkten erwerben und prinzipiell würde ich dir aus der Perspektive des Umweltschutzes immer empfehlen, "offline" einkaufen zu gehen anstatt online zu bestellen (da im letzteren Fall mehr Verpackung und längere Transportwege anfallen). Solltest du allerdings keinen Zugang zu Geschäften haben, die die von mir empfohlenen Produkte anbieten, so halte ich es immer noch für besser, dir online die Zutaten zu beschaffen, die du zur Herstellung deiner eigenen Produkte benötigst als industrielle Produkte offline zu kaufen. Da viele der Zutaten vielseitig verwendbar sind und für einen langen Zeitraum ausreichen, fällt hierbei in Summe noch immer weniger Müll an und außerdem hast du sehr viel mehr Kontrolle darüber, welche Stoffe du in und an deinen Körper lässt. Solltest du online bestellen, so würde ich dir raten, möglichst immer mehrere Produkte zum selben Zeitpunkt zu bestellen (anstatt immer nur ein Produkt pro Bestellung), da in diesem Fall die verschiedenen Produkte - wenn logistisch möglich - in nur einem Paket gemeinsam versandt werden anstatt in mehreren separaten Paketen und dadurch das Abfallaufkommen zumindest reduziert wird. Alternativ oder zusätzlich kannst du dich auch mit anderen Leuten zusammentun um eine gemeinsame größere Bestellung an eine einzige Adresse zu tätigen und die Produkte dann lokal zu verteilen.

Autor

Ausgelöst durch intensives frühkindliches Umweltschutz-Brainwashing wurde ich mit der Zeit zum experimentierfreudigen Nachhaltigkeitsjunkie mit ausgeprägten Kräuterhexenambitionen.

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